Die Druckzonenregelung ist eine einfache Lösung. Je nachdem auf welcher Etage sich das geöffnete Ventil befindet, kann die Druckerhöhungsanlage den geforderten Druck automatisch einstellen und sorgt dort für den optimalen Druck in der Löschwasserleitung. Aber hier lauert auch eine große Gefahr. Ein Fall aus der Praxis zeigt es: Wandhydranten vom Typ F sind sowohl für den Laien als auch für die Feuerwehr geeignet. Bei einem Brand in einem mehrgeschossigen Gebäude entnimmt ein Feuerwehrmann in der dritten Etage Löschwasser aus einem Wandhydranten. Zeitgleich ist im 10. OG ein Anwohner durch die Rauchentwicklung aufgeschreckt und bereitet den Wandhydranten zum Einsatz vor: Er öffnet das Ventil, aber nicht den Schlauch (vergleichbar mit der Nutzung eines Gartenschlauchs: Der Hahn an der Wand wird geöffnet, die Düse am Schlauch ist aber noch geschlossen). Der Druckzonenregler stellt sich jetzt unmittelbar auf das geöffnete Ventil im 10. OG ein und erhöht den Druck in der Steigleitung massiv. Das hat jedoch auch zur Folge, dass im dritten Geschoss, in dem gerade der Feuerwehrmann löscht, der Löschwasserdruck enorm steigt und ungeahnte Kräfte am Strahlrohr entwickelt.
Sollte also im Brandfall ein Laie eine Armatur öffnen, die einer anderen Druckzone zugeordnet ist, kann dies negative Folgen für den Feuerwehrmann haben. Denn wenn andere Ventile geöffnet werden, verändert sich unvorhergesehen der Druck am Strahlrohr.
In der Vergangenheit hat sich diese Form der geregelten Druckzonen über Bypass oder Pumpendrehzahl immer mehr verbreitet. Daher weist der Normenausschuss für die Planung und Instandhaltung von Löschwasseranlagen nach DIN 14462 (NA 031-03-05 AA) in einer Information auf die Gefahr hin.1 Darin heißt es unter anderem:
- "Eine Druckzonenbildung durch Bypassregelung oder Drehzahlregelung wurde in DIN 14462 NICHT aufgenommen, da diese Verfahren in der Regel ein erhöhtes Risiko für den Personenschutz und die Durchführung wirksamer Löscharbeiten bedeuten."
Unzulässige Kräfte am Strahlrohr, das Platzen von Feuerlöschschläuchen oder aber auch zu geringe Löschwassermengen bzw. sogar der Ausfall der Löschwasserversorgung an der Einsatzstelle können hier nicht ausgeschlossen werden.